Hat eine Grippe mit Überforderung zu tun? Und was mit Corona?

Ich bin keine Ärztin, merke aber, dass ich in stressigeren Zeiten anfälliger bin auf Viren. Für mich ist der Zusammenhang von Körper, Geist und Seele vollkommen klar und ich bin froh, dass dies immer mehr Menschen so erkennen.* Wie ist es eigentlich, wenn man krank ist? Was braucht man? Was passiert? Im Idealfall nimmt man sich Zeit, schläft etwas mehr, gönnt sich schonendere Speisen, nimmt Abstand von anderen Menschen und von der Arbeit. Liest vielleicht ein gutes Buch oder zerstreut die Gedanken mit einem guten Film. Man schaut zu sich und kommt nachher gestärkt und nicht selten mit zusätzlicher Kraft in den Alltag und alles fällt leichter.

Eventuell hatte man in den Tagen zu Hause sogar neue Ideen oder gute Gespräche. Bei mir ist im Anschluss an einen gesundheitlichen Durchhänget sogar die Wohnung besser aufgeräumt (als wäre ich die kleine Schwester von Marie Kondo) oder sogar leicht anders eingerichtet ;-). Worauf will ich hinaus? Krankheiten haben per se für mich auch klärende, positive Aspekte. Etwas war im Ungleichgewicht. Man kommt zur Ruhe und kann im Anschluss aber gestärkt ins vielfältige Leben zurück.

Corona ist für mich wie eine Grippe, die wir als Kollektiv haben. Wir sind als Kollektiv gut beraten uns Zeit zu nehmen, darauf zu achten, was wir zu uns nehmen, uns zurückzuziehen, zu reflektieren, uns Gutes zu tun, gute Bücher zu lesen und Gespräche zu führen. Eventuell sogar aufzuräumen und umzustellen - wer weiss. Ich wünsche mir, dass wir aus dieser Zeit heraus treten mit nachhaltigen positiven Veränderungen. Genauso wie bei einer körperlichen Krankheit geht es nicht darum schnell mal ein Medikament einzuwerfen und dann möglichst schnell wieder weiter machen wie vorher. Um nicht innert Kürze wieder krank zu werden, braucht es einen Prozess. Wir brauchen als Kollektiv einen Prozess, aus welchem wir als Menschheit gestärkt raustreten. Kleines Beispiel zum Thema Verkehr: Ich finde es ist eine Variante in den Zügen Masken tragen zu müssen. Im Moment. Aber ganz ehrlich - ich frage mich warum täglich so viele Leute von einer Stadt in die andere pendeln müssen. Sie pendeln als gäbe es in der eigenen Stadt keine gescheiten Stellen. Ist man wichtiger wenn man als Berner sagen kann ich arbeite in Zürich, Basel, Genf? Ich glaube nicht daran, dass es in den jeweiligen Städten keine coolen Jobs gibt. Masken in Zügen zu tragen, ist für mich wie schnell wirkende Medikamente einnehmen. Sie bekämpfen die Folgen und nicht die Ursachen. Das gleiche sehe ich bei Impfungen. Impfungen kommen nun mal aus der Allgemeinmedizin und diese hat meistens eine scharfe Trennlinie zur Ganzheitlichkeit. Allgemeinmedizin ist in einem akuten Fall eventuell sinnvoll aber nachhaltig ist etwas Anderes. So sind Masken und Impfungen im akuten Fall eventuell eine Variante...

Unsere kollektive Grippe ist lästig - wie alle Grippen. Was aber müssen/dürfen wir als Kollektiv lernen, um gestärkt daraus raus zu kommen? Es kommen Themen an die Oberfläche wie die Nachteile der agogo praktizierten Globalisierung, finanzielle Verschuldungen und Abhängigkeiten von Staaten, bittere Armut von Menschen die in der reichen Schweiz leben, Billiglohn-Angestellte die ihren Job verlieren - auch wegen Schweizer Firmen und Schweizer Konsumenten - auch wegen mir. Wir lesen von Menschen, welche auf der ganzen Welt und über Jahre so stark ausgebeutet haben und es immer noch tun (!), dass sie nun Milliarden spenden können in Gesundheitsorganisationen....


All diese Dinge haben für mich, genauso wie bei einer Grippe einer Einzelperson einen Zusammenhang mit der ganzen Corona Geschichte. Wenn man krank ist reflektiert man. Wenn wir nun als Menschheit Corona haben, können all die Missstände noch mehr in unser Bewusstsein kommen und das ist gut so. Wir können dann neue Ideen generieren und eventuell/hoffentlich sogar etwas umstellen. Ich wünsche mir Nachhaltigkeit und dass wir unsere Globalgrippe nicht mit Pflästerlipolitikn wie Masken und Impfungen beheben, sondern durch gehen durch diese Krankheit. Aber bitte nicht indem wir nur über Masken und Impfungen reden, sondern über alles was im Moment an die Oberfläche kommt und zwar nicht um zu jammern und anschuldigen, sondern lösungsorientiert. Hinsehen und aufräumen mit all den Dingen, die einfach so nicht gesund sind für unser Kollektiv und die uns letztlich nur Überfordern und die uns als Kollektiv nur traurig und hart werden lässt. Und ja - wir schaffen das. Das Individuum bring bei seiner Grippe die Kraft auf und wir bringen die Kraft als Kollektiv auf. Verantwortung übernehmen ist das Zauberwort.

Und nun noch ein wenig "Kitsch", für alle die sie ertragen via Musik, die immer wieder Recht hat: https://www.youtube.com/watch?v=BWf-eARnf6U


*Buchempfehlung: Rüdiger Dalhlke, Krankheit als Symbol. Eine interessante Sichtweise was hinter unseren Wehwehchen stecken kann.

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            Rita Mancini 
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